Beim Muskelaufbau, aber auch Abbau nehmen Hormone eine wichtige Rolle ein.

Hormone geben den Takt an.

Ob Du dich müde, antriebslos, erschöpft oder euphorisch, energiegeladen  und generell einfach nur gut fühlst, bestimmen die Hormone.

Doch auch darüber, zu welchen der drei Körpertypen Du dich zählen kannst, ist Deinem Hormonhaushalt geschuldet.

Hormone, die den Muskelaufbau unterstützen

Testosteron, Somatropin (STH) und insulinähnliche Wachstumsfaktoren (IGF-1) sind auf der Seite der Hormone, die den Muskelaufbau unterstützen.

Testosteron

Testosteron ist ein Androgen, welches sowohl beim Mann, als auch bei der Frau vorkommt. Jedoch unterscheiden sich die Wirkungsweise und die Konzentration je nach Geschlecht.

Bei Männern sind die Hoden dafür zuständig, Testosteron zu produzieren. Wohingegen bei Frauen Testosteron in den Eierstöcken hergestellt wird. Außerdem produzieren bei beiden Geschlechtern auch die Nebennieren in kleinen Mengen Testosteron.

Testosteron hat sowohl eine androgene, wie auch eine anabole Eigenschaft. Das bedeutet, dass Testosteron die Entstehung des männlichen Phänotyps bewirkt, aber auch für das Muskelwachstum mit verantwortlich ist.

Muskelaufbau

Testosteron spielt eine essentielle Rolle für den Muskelaufbau.

Aufpassen, jetzt wird es interessant.

Wie Studien beweisen, besteht ein Zusammenhang zwischen einem anormal hohen Testosteronspiegel und einem signifikant hohen Zuwachs an Muskelmasse [1] [2]. Die Betonung liegt jedoch auf anormal.

Ein anomaler Testosteronwert wird durch anabole Steroide erreicht.

Festgehalten werden kann, dass anabole Steroide dabei helfen, unnatürlich viel und schnell Muskelmasse aufzubauen.

Jedoch soll es sich in diesem Artikel nicht um gesundheitsgefährdende Dopingmittel drehen.

Interessanter ist, wie sich Schwankungen des Testosteronspiegels auf den Muskelaufbau im Normalbereich auswirken – also ohne Einsatz Steroide Mittel.

Geht es nach zahlreichen Studien, beeinflusst ein im natürlichen Bereich schwankender Testosteronspiegel den Muskelaufbau nicht [3] [4].

Ganz anders sieht es bei einem bestehenden Testosteronmangel aus. Ein Testosteronmangel führt zu einem verminderten Muskelwachstum.

Wie Du deinen Testosteronspiegel auf natürlichem Wege steigern kannst, erfährst Du im Artikel: Testosteron steigern

Fettabbau

Jedoch konnte die Studie von Storer et al. [3] noch etwas in Erfahrung bringen. Der Testosteronwert beeinflusst den Körperfettanteil. Doch auch andere Studien konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen einem niedrigen Testosteronspiegel und einem vergleichsweise höheren Körperfettanteil [5] [6] finden.

Je niedriger der Testosteronspiegel, desto höher der Körperfettanteil. Im Umgekehrten Fall gilt:  Je höher der Testosteronspiegel, desto geringer der Körperfettanteil.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Testosteron zwar dazu beiträgt, Körperfett abzubauen. Jedoch im Normalbereich kaum Einfluss auf das Muskelwachstum hat. Nur bei einem Testosteronmangel können negative Auswirkungen auf das Muskelwachstum beobachtet werden.

Um aufgrund von Testosteron mehr Muskelmasse aufzubauen, sind Konzentrationsmengen über dem Normalbereich notwendig.

Somatropin (STH)

Somatropin kommt als Wachstumshormon im menschlichen Organismus vor.

Ein Mangel an Somatropin im Erwachsenenalter führt zu einem erhöhten Körperfettanteil, einer geringeren Masse an Muskeln sowie einer verminderten Knochenmineraldichte.

Produktion von Somatropin anregen

Gebildet wird Somatropin hauptsächlich im Schlaf.

Doch auch intensive Trainingseinheiten können die Ausschüttung von Somatropin natürlich erhöhen. Entscheidend hierbei ist nicht die Trainingslänge, sondern die Intensität des Trainings.

Trainiert werden sollte mit schweren Gewichten und Sätzen in einem Wiederholungsbereich von nicht mehr als zehn Wiederholungen.

Insulinähnliche Wachstumsfaktoren (IGF-1)

Bei insulinähnlichen Wachstumsfaktoren handelt es sich um Polypeptide, die als Wachstumsfaktoren wirken.

Gebildet werden die insulinähnlichen Wachstumsfaktoren hauptsächlich in den Leberzellen.

IGF-1 hat die Eigenschaft, dass Größenwachstum von Muskelzellen positiv zu beeinflussen. Ebenfalls wirkt IGF-1 Fettabbauend.

Einsatz als Dopingmittel

Insulinähnlichen Wachstumsfaktoren finden vermehrt in der Bodybuilding Szene als Dopingmittel Anwendung.

Von der Wirkung ähnelt IGF-1 Somatropin.

Hormone, die den Muskelaufbau behindern

Cortisol ist auf der Seite der Hormone, die den Muskelaufbau behindern.

Cortisol

Cortisol wird vermehrt bei Stress freigesetzt und wirkt katabol, also Muskelabbauend.

Gebildet wird Cortisol in den Nebennieren. Cortisol ist ein körpereigenes Hormon, das für den menschlichen Organismus in gewissen Mengen lebensnotwendig ist.

In zu hohen Mengen wirkt Cortisol jedoch muskelabbauend und dickmachend.

Bei Unterzuckerung, Stress und Schlafmangel bildet der Körper vermehrt Cortisol. Aus diesem Grund solltest Du darauf achten, ausreichend Nahrung zu Dir zu nehmen, Stress nicht an Dich heranzulassen und genügend zu schlafen.

Referenzen

  1. Bhasin et al. (2001): Testosterone dose-response relationships in healthy young men. Am J Physiol Endocrinol Metab. 2001 Dec;281(6):E1172-81
  2. Shalender et al. (1996): The Effects of Supraphysiologic Doses of Testosterone on Muscle Size and Strength in Normal Men. N Engl J Med 1996; 335:1-7
  3. Storer et al. (2003): Testosterone dose-dependently increases maximal voluntary strength and leg power, but does not affect fatigability or specific tension. J Clin Endocrinol Metab. Apr;88(4):1478-85
  4. West (2011): Associations of exercise-induced hormone profiles and gains in strength and hypertrophy in a large cohort after weight training. Eur J Appl Physiol. 2012 Jul;112(7):2693-702. doi: 10.1007/s00421-011-2246-z. Epub 2011 Nov 22
  5. Corona et al. (2011): Testosterone and metabolic syndrome: a meta-analysis study. J Sex Med. 2011 Jan;8(1):272-83. doi: 10.1111/j.1743-6109.2010.01991.x. Epub 2010 Aug 30
  6. Singh et al. (2006): Testosterone inhibits adipogenic differentiation in 3T3-L1 cells: nuclear translocation of androgen receptor complex with beta-catenin and T-cell factor 4 may bypass canonical Wnt signaling to down-regulate adipogenic transcription factors. Endocrinology. 2006 Jan;147(1):141-54. Epub 2005 Oct 6

Copyright (Titelbild) – © bondarchik / Fotolia