Sodbrennen – bereits die Hälfte aller Deutschen ab 40 Jahren leidet an Sodbrennen. Zwar ist vorübergehendes Sodbrennen harmlos, aber dennoch äußerst lästig.

Meist kommt Sodbrennen gelegentlich vor und geht wieder schnell vorbei. Doch Achtung! Sodbrennen kann chronisch werden und zu einem Tumor anwachsen.

Sodbrennen – was genau ist es?

Sodbrennen tritt in Form eines säuerlichen Geschmacks im Mund, einem Brennen im Hals und einem brennenden Schmerz in der Brust auf. Der brennende Schmerz ist auf den Rückfluss von Magensäure (gastroösophagealen Reflux) in die Speiseröhre (Ösophagus) zurückzuführen. Oft stößt die betroffene Person zudem noch sauer oder bitter auf.

Magensäure wird dazu benötigt, um die aufgenommene Nahrung zu zersetzen. Selbst verfügt der Magen über eine säurestabile Schleimhaut die vor der Säure schützt. Zu gewöhnlich sorgt ein Schließmuskel am Mageneingang dafür, dass die Säure den Magen nach oben hin nicht verlässt. Normal so gut. Doch kann der Schließmuskel bei einigen Personen geschwächt sein, wodurch es zum sogenannten Reflux kommt.

Durch den anschließenden Rückfluss der Magensäure kommt es zu einer Reizung der in der Speiseröhre enthaltenen Chemo-Schmerzrezeptoren. Doch nicht bei jedem Reflux entsteht auch Sodbrennen. Je nach Dauer des pH-Abfalls, des Ausmaßes der angegriffenen Schleimhautfläche und der Sensibilität der Rezeptoren, aufgrund von vorangegangenen Sodbrennen, fällt das Gefühl des Brennens stärker oder Schwächer aus.

Auf Dauer kann die Säure eine Entzündung in der Speiseröhre herbeiführen. Zusätzlich wirkt sich die zusätzliche Säurebelastung schädigend auf die Zähne und das Zahnfleisch aus.

Was fördert Sodbrennen?

Sodbrennen tritt insbesondere nach scharfer, fett- und säurehaltiger Nahrungsaufnahme auf. Insbesondere bei pfefferminzhaltiger Nahrung, überhöhtem Konsum von Zitrusfrüchten, sowie einem Alkohol-, Nikotin- und Kaffekonsum.

Verstärkt wird der Reflux durch das Einnehmen einer liegenden Position.

Außerdem neigen Übergewichtige und Schwangere verstärkt zu Sodbrennen, da die zusätzlichen Kilos bzw. der wachsende Fötus den Druck auf den Magen erhöhen.

Doch auch Stress wirkt sich negativ aus. Stress führt zu einer verstärkten Bildung von Säure im Magen. Selbiges gilt wenn man zu schnell und hastig isst.

Mittel gegen Sodbrennen – Sodbrennen verbeugen

Um Sodbrennen erst gar nicht entstehen zu lassen, sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten. Dazu gehört es unter anderem auf Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin und Kaffe zu verzichten oder nur in geringen Mengen zu konsumieren. Scharfe und zu heiße Speisen sind ebenso zu meiden.

Doch auch süße und salzige Knabbereien sind in Maßen zu genießen. Von geräucherten oder gepökelten Wurstwaren ist ebenso abzuraten.

Achtung vor kohlensäurehaltigen Getränken. Diese können Sodbrennen auslösen. Anstatt Cola sollten Sie lieber Wasser, Tee und Fruchtschorle trinken.

Fünf kleine Mahlzeiten am Tag belasten den Magen weniger als drei üppige Portionen. Auch sind die Mahlzeiten nicht hastig herunter zu schlingen, sondern entspannt und ausreichend zerkleinert zu sich zu nehmen. Daher: gründlich kauen.

Auch sollten Sie bestmöglich ihre Stressfaktoren reduzieren und ausreichend Schlaf zu sich nehmen. Sich ab und zu auf die faule Haut zu legen bzw. sich zu entspannen kann Wunder wirken.

Die letzte Nahrungsaufnahme vor dem schlafen gehen sollte in etwa zwei bis drei Stunden zurückliegen.

Außerdem hilft es mit hoch gelagertem Oberkörper zu schlafen. Dadurch kann die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre fließen. Erreicht werden kann dies, indem man das Kopfende des Bettes hochstellt oder mehrere Kissen verwendet.

Tritt dennoch Sodbrennen bei Dir auf, solltest Du in eine vertikale Position wechseln oder einen Spaziergang im Freien unternehmen. Generell tut Sport deinem Körper gut, wodurch Du auch weniger an Magenproblemen wie Sodbrennen leiden wirst.

Auch zu enge Kleidung, wie etwa ein zu eng gezogener Gürtel, kann zu Sodbrennen führen. Hierdurch wird der Druck auf den Bauchraum aufgebaut.

Selbiges gilt wenn Sie dauerhaft den Bauch einziehen, um etwa einen dicken Bauch zu kaschieren.

Hausmittel gegen Sodbrennen

Das eine Hausmittel gegen Sodbrennen gibt es nicht. Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf die Hausmittel und daher muss jeder für sich selbst herausfinden, welche für einen in Frage kommen.

(Kräuter-) Tee

Ein bewährtes Hausmittel gegen Sodbrennen ist warmer Tee. Am besten eignen sich spezielle Magen-Darm-Teemischungen oder Teesorten mit Heilpflanzen, wie:

  • Kamille
  • Fenchel
  • Anis
  • Kümmel
  • Sellerie
  • Spitzwegerich

Die Einnahme von Flüssigkeit spült die Magensäure herunter. Doch das hilft nur bei leichtem Sodbrennen.

Heilerde

Heilerde bindet Magensäure, wodurch wiederum weniger in die Speiseröhre aufsteigen kann. Bei Heilerde handelt es sich um ein natürliches, mineralisches Pulver das aus Lößablagerungen aus der Erdoberfläche gewonnen wird.

Nüsse & Mandeln

Ein allseits bekanntes Hausmittel gegen Sodbrennen ist es, ein paar Nüsse oder Mandel zu einem Brei zu kauen und diesen dann herunterzuschlucken.

Auch können Mandeln zerdrückt und mit etwas kalter Milch zu einem Brei verrührt und eingenommen werden.

Kartoffelsaft

Ungewöhnlich aber dennoch effektiv. Einfach frische Kartoffeln pressen und den Saft vor der Nahrungsaufnahme zu sich nehmen. Optional kann Kartoffelsaft auch einfach im Reformhaus erworben werden. Der Saft von rohen Kartoffeln bindet überschüssige Magensäure.

Wichtig: Nicht in großen Mengen zu sich nehmen. Rohe Kartoffeln enthalten Solanin. Solanin ist eine schwach giftige chemische Verbindung.

Möhrensaft

Ein zwar nicht sehr weit verbreitetes Mittel gegen Sodbrennen was sich dennoch ab und an bewährt hat, ist frisch gepresster Möhrensaft. Einfach mehrere Likörgläschen Möhrensaft langsam herunterschlucken. Der Saft sollte sich dabei mehrere Sekunden lang im Mundtrakt aufhalten.

Kaugummi

Kaugummi kauen. Hört sich nicht sonderlich effektiv an, hilft aber ungemein. Das Kauen bewirkt eine erhöhte Speichelbildung, was wiederum dazu beiträgt die Magensäure zu neutralisieren.

Analysieren: Dem Sodbrennen auf den Grund gehen

Um aktiv etwas gegen Sodbrenne zu Unternehmen, sollten Sie sich folgendes notieren:

  • Wann Sie unter Sodbrennen gelitten haben
  • Wie Sie sich an dem Tag gefühlt haben
  • Was Sie am Tag zu sich genommen haben
  • Wann Sie sich das letzte mal sportlich betätigt haben

Nach einiger Zeit werden Sie erkennen, ob bestimmte Dinge für Ihr Sodbrennen verantwortlich sind. Ist dies der Fall, sollten Sie speziell auf diese Dinge verzichten und die Situation weiter beobachten, ob es sich bezüglich Ihres Sodbrennens zum positiven entwickelt.

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