Durchfall (Diarrhö) bezeichnet die vermehrte Entleerung von flüssigem bis dünnem Stuhl. Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden, sondern bringt auch den Energie- und Flüssigkeitshaushalt durcheinander.

Ursachen für Durchfall gibt es viele. Die wichtigsten sind: Stress, Infektionen, chronische Erkrankungen oder eine Störung des Hormonhaushalts.

Von Durchfall spricht man dann, wenn zu mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • mehr als drei Stuhlgänge täglich,
  • eine ungewöhnlich hohe Stuhlmenge
  • breiförmige bis flüssige Stuhlkonsistenz
Um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen, ist es wichtig, ausreichend Wasser und Salz zu sich zu nehmen. Empfohlen werden nach einem leichten Durchfall, ein halbes Liter abgekochtes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und ein paar Teelöffeln Zucker zu sich zu nehmen. Abzuraten ist von kohlensäurehaltigem Mineralwasser.

Akuter vs. chronischer Durchfall

Unterschieden werden kann der akute vom chronischen Durchfall.

Akuter Durchfall

Klingt die Diarrhoe nach spätestens zwei Wochen wieder ab, bezeichnet man diese als akuten Durchfall.

Ursachen für akuten Durchfall:

  • Bakterien (Staphylokokken oder Streptokokken) durch verunreinigte Lebensmittel
  • Darmgrippe aufgrund von Viren oder Bakterien in der Darmschleimhaut
  • Viren und Bakterieninfektionen, wie zum Beispiel mit dem Erreger Escherichia coli (Kolibakterien)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit, wie zum Beispiel Laktose-Intoleranz oder Gluten Unverträglichkeit

Chronischer Durchfall

Chronischer Durchfall entwickelt sich über Monate hinweg.

Ursachen für chronischen Durchfall:

  • Reizdarm-Syndrom aufgrund durch Reizstoffe oder psychischen Stress
  • Chronische Entzündung der Magenschleimhaut oder Dickdarmentzündungen (Colitis ulcerosa und Divertikulitis)
  • Besiedlung des Darms mit Parasiten, wie zum Beispiel Amöben, Lamblien oder dem Bakterium Clostridium difficile
  • Krebs- oder Tumorerkrankungen die von der Darmschleimhaut ausgehen

Vorsicht mit Medikamenten bei Durchfall

In der Apotheke erhältliche Medikamente gegen Durchfall sollten nur kurzfristig eingenommen werden. Denn die Medikamente unterdrücken den körpereigenen Reinigungsprozess.

Der Körper versucht bei Durchfall, wenn es auf keine physische Ursache zurück zu führen ist, sich schnell vom Erreger bzw. Giftstoff zu entledigen. Wird dieser Reinigungsprozess unterdrückt, kann der Darm durch den verlängerten Kontakt mit Krankheitsauslöser geschädigt werden.

Loperamid als ein häufig in Medikamenten anzutreffender Wirkstoff reduziert die Aktivität der longitudinalen und zirkulären in der Dünndarmwand. Was wiederum dazu führt, dass der Transit des Darminhaltes im Dünndarm verlangsamt wird. Eine zu lange oder zu hoch dosierte Anwendung kann gesundheitliche Folgen mit sich führen, wie etwa eine Verstopfung bis hin zum Darmverschluss.

Hausmittel gegen Durchfall

Hausmittel gegen Durchfall gibt es viele. Wir zeigen Ihnen die besten auf. Helfen tun die gleich vorgestellten Mittel gegen Durchfall nur bei leichten Erkrankungen. Bei langanhaltendem akutem Durchfall, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Heidelbeertee

Zwei bis drei Teelöffel getrocknete sowie zerstoßene Heidelbeeren in 200 ml kochenden Wasser geben und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Trinken können Sie problemlos bis zu fünf Tassen am Tag. Frisch gepflückte Beeren sollten nicht durch getrocknete Ersetz werden, können diese Durchfall auslösen.

Kamillen und Brombeertee

Kamillen und Brombeertee einzeln, aber auch in Kombination miteinander kann gegen Durchfall helfen. Mehrere aufgekochte Tassen können über den Tag verteilt in kleinen Schlucken zu sich genommen werden.

Heilerde

Bei Heilerde handelt es sich um einen sehr feinen Sand, der sich Zusammensetzt aus unterschiedlichen Spurenelementen und Mineralien. Heilerde saugt die Flüssigkeit auf und bindet Giftstoffe. Einfach ein bis zwei Heilerde mit einem Glas Wasser oder Tee verrühren und zu sich nehmen. Optional kann die Heilerde auch im Mund mit Speichel vermischt werden.

Karotten und Äpfel

Karotten und Äpfel enthalten außerordentlich viel Pektin. Pektine sind Ballaststoffe, welche Giftstoffe im Darm mancher Durchfall Bakterien binden kann. Die Äpfel können gerieben oder in Scheiben und die Karotten als Suppe zu sich genommen werden.

Wärmeflaschen bzw. Kissen

In einigen Fällen geht ein Durchfall einher mit Magenkrämpfen. Abhilfe gegen die Magenkrämpfe kann Wärme schaffen, etwa in Form einer Wärmeflasche.

Schonkost bei Durchfall

Generell bei Durchfall sollten Sie den Darmtrakt nicht überfordern. Schwerverdauliche Kost wie etwa fetthaltige Lebensmittel sind zu meiden.

Gut verträgliche Lebensmittel:

  • Zwieback, Knäckebrot
  • Reis (in Brühe weichgekocht), Kartoffelbrei (ohne Butter zubereiten)
  • Haferschleim
  • Leichte Suppen
  • (zerdrückte) Bananen

Weniger gut verträgliche Lebensmittel:

  • Knabbergebäck wie Chips oder Nachos
  • Süßigkeiten
  • Torten und Kuchen
  • Hülsenfrüchte
  • Rotes Fleisch, wie etwa Rind oder Schwein

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